12.200 Einwohner
Ortsteile: Altenstadt, Enzheim, Heegheim, Höchst, Lindheim, Oberau, Rodenbach, Waldsiedlung.
Gemeinde Altenstadt
Frankfurter Straße 11
63674 Altenstadt
Telefon 06047/8000-80
Telefax 06047/8000-50
www.altenstadt.de
info@altenstadt.de
Altenstadt ist nicht nur der älteste bezeugte Ort in ganz Oberhessen (erstmals 767 im Codex des Kloster Lorsch erwähnt), entstanden an Stelle eines um 85 n Chr. errichteten Limeskartells, und aufgrund seiner Lage und geschichtlichen Bedeutung natürlicher Mittelpunkt im Niddertal, sondern mit besten Verkehrsanbindungen dank Regionalbahn nach Rhein-Main sowie eigenem Autobahnanschluss (BAB 45), ausgewogener Infrastruktur, ansprechenden Neubaugebieten und Gewerbeflächen im Grünen, vorbildlichen Sozialleistungen und reichem Freizeitangebot auch eine liebenswerte Großgemeinde, die im Zuge der Gebietsreform 1971/1972 entstand.
Drei Grundschulen mit Nachmittagsbetreuung, eine Gesamtschule (Limesschule) mit Förderstufe und gymnasialem Zweig (übrigens eine der ersten Ganztagsschulen im Kreis) sowie die 5 kommunalen Kindergärten mit verbindlichen Qualitätsstandards wie auch der Waldkindergarten „Die Waldfrüchtchen e.V.“ sichern Altenstadt einen Spitzenplatz unter den kinderfreundlichsten Kommunen der Wetterau.
Der Charme des Landlebens und die Vorzüge einer lebendigen, modernen Kommune – Altenstadt bietet beides. Verschiedene Natur- und Landschaftsschutzgebiete sichern Lebensqualität und prägen mit ihren Hecken, Gehölzen, Feuchtbiotopen und Streuobstwiesen das Landschaftsbild. In touristischer und sportlicher Hinsicht wird reichlich Abwechslung geboten: Altenstadt liegt am Vulkanradweg, dem Limesradweg, der Bonifatiusroute, der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute sowie dem Erlebnisradweg „Hohe Straße“; ein 9-Loch-Golfplatz lockt zahlreiche Besucher an. Erlebniskultur wird groß geschrieben und durch Veranstaltungen wie Kabarett, Comedy, klassischen Konzerten, Ausstellungen, Volksfesten etc. umgesetzt.
Die St.-Nikolai-Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen von Altenstadt. Auf seinen mit Schießscharten versehenen Unterbau setzte man ein mit zierlichen Ecktürmchen vorkragendes Fachwerkgeschoss, so dass der Eindruck eines fünftürmigen Dach-Ensembles entsteht. Das ursprüngliche Kirchenschiff wurde 1717 abgerissen und wich einen gedrungenen Saalbau mit umlaufender Empore wie er für lutherische Predigtkirchen üblich ist. Im historischen Ortskern beeindrucken ganze Häuserzeilen altfränkischer Fachwerkhöfe samt Hofreiten, die liebevoll saniert wurden. Hier finden das „Altenstadtfest“ und der Weihnachtsmarkt statt. Der Landgasthof „Schwarzer Adler“ ist ein prächtiges Fachwerk-Karree von 1662. Der Kaiser von Wien verlieh dem Wirt einst das Nutzungsrecht des k.u.k.-Doppeladlers, weil er österreichischen Truppenführern ein konspiratives Treffen ermöglicht hatte.
Das älteste Gebäude Enzheims ist eine aus mächtigem Vulkangestein errichtete Zehntscheune, die zum Ysenburg´schen Hof gehörte. Sehr hübsch in ihrer ursprünglichen Schlichtheit ist das Enzheimer Kirchlein, das innen noch so aussieht wie vor 150 Jahren, hinter dem Altar thront eine eigenwillige bunt bemalte Mini-Orgel, die ein großherzoglicher Orgelbauer den engen Raumverhältnissen angepasst hat und die der wahrscheinlich kleinsten evangelischen Kirchengemeinde Hessens bis dato gute Dienste leistet. (Foto: Kirche Enzheim)
Von weitem sieht man die Kirche aus dem Jahr 1737. Das Gotteshaus zeugt als eines der wenigen Kriegsschäden vom 2. Weltkrieg und wurde nach der Zerstörung 1945 wieder neu errichtet. Mit der alten Fachwerkschule von 1682 und dem sanierten Ortskern mit denkmalgeschützten Hofreiten und weiteren Dorfverschönerungsaktionen wurde Heegheim schon zweimal mit dem 1. Preis beim hessischen Landeswettberwerb „Unser Dorf“ ausgezeichnet. „Hessens kleinster Karnevalsumzug“ ist hier ebenfalls beheimatet und erfreut Zuschauer und bisweilen auch das Fernsehen.
Höchst blickt auf eine hochherrschaftliche Vergangenheit zurück und besitzt sogar das einzige Schloss der Gemeinde. Das Schloss Günderrode entstand an einer Stelle mit bewegter Vergangenheit: Ursprünglich stand hier die Wasserburg Hoesten, 1245 erstmals erwähnt, die zweite Burg an dieser Stelle war von den Herren von Buches errichtet worden, die im 13. Jahrhundert noch sehr geachtet waren, sich aber zu gefährlichen Raubrittern mauserten. Die Burg wurde 1405 dem Erdboden gleich gemacht. Zwei Jahrzehnte später wurde ein „Haus mit Hof und Wall“ errichtet, das später durch die Herren von Carben wieder abgerissen wurde. Schließlich ließen diese 1718 das jetzige Schloss im Stile des ländlichen Barocks erbauen, welches später an Maximilian Freiherr von Günderrode verkauft wurde. Mit ihm zog der Glanz prominenter Namen nach Höchst: v. Arnim, v. Brentano, v. Stein, v. Savigny. In die Literaturgeschichte ging Karoline v. Günderrode, eine Dichterin der Romantik und Vertraute der Goethe-Freundin Bettina v. Arnim ein; ihre Schwägerin Wilhelmine v. Günderrode korrespondierte 20 Jahre von Höchst aus mit Goethe. Die wertvollen Bücherbestände des Schlosses, vor allem Schriften aus dem 16./17. Jahrhundert, kamen 1922 in die Hessische Landesbibliothek. Gelegentlich werden Schlossführungen angeboten!
Der Schlosspark mit Hexenturm zeugt von der dunkelsten Geschichte Lindheims: nachdem es um 1600 erste Hexenprozesse gegeben hatte, brachten die „Lindheimer Schreckensjahre“ ab 1631 entsetzliches Leid über viele ansässige Familien. Das Lindheimer Schloss, 1694 erbaut, brannte 1929 bis auf die Grundmauern nieder, erhalten blieb der Schlosspark mit einem Rest des Stadtgrabens und dem berüchtigten Hexenturm hinter der eigenwilligen Kirche. Ihr ungewöhnlich breites Kirchenschiff verrät, dass sie vor 700 Jahren als Versammlungsraum für die Ganerben (Miterben) der Ritterfamilien diente. Erst 1350 wurde ein gotischer Turm angebaut, der die Kirche endgültig in ein Gotteshaus verwandelte. Auf dem heutigen Westernacher Hof wurden vom Chemiker Ludwig Baist erste Versuche mit künstlichen Düngemitteln unternommen und damit eine neue Großindustrie begründet. Hulda Meister verschaffte Lindheim einen besonderen Platz in der Literaturwelt: sie erwarb 1886 das „Moller´sche Landhaus“, eine klassizistische Villa gegenüber des Schlosses, um einen Zufluchtsort für ihren Lebensgefährten Leopold Sacher-Masoch (nach ihm ist der Masochismus benannt) zu schaffen. Eine schlichte Gedenktafel an seinem letzten Domizil erinnert an den 1895 hier Verstorbenen.
(Fotos: Hexenturm Lindheim)
Die einstige Albanskapelle wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert, wobei der Kirchturm erst vor gut 100 Jahren seine jetzige Gestalt erhielt. Hier gibt es neben der evangelischen Gemeinde eine etwa gleichstarke katholische Gemeinde, die sich die Kirche einvernehmlich teilen.
(Foto: Kirche Oberau)
Die älteste diensttuende Orgel Hessens aus dem Jahr 1621 ist in der Rodenbacher Kirche anzusehen. Mit ihrem reich verzierten Renaissance-Spieltisch und der goldenen Jahreszahl erklingt sie seit ihrer Restaurierung 1970 wieder im alten Glanz.
(Foto: Kirche in Rodenbach)
Die evangelische Kirche, die 1988 in der Waldsiedlung errichtet wurde stand einst auf dem Bad Vilbeler Heilsberg, wo sie als Flüchtlingskirche diente. Die hölzernen Bauteile wurden sorgfältig zerlegt und hier, 25 km weiter, wieder aufgebaut wurden. Zusätzlich setzte man noch bleiverglaste Farbfenster ein, die nach einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer gestaltet wurden.
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