Büdingen zählt zu den am besten erhaltenen historischen Stadtbildern Deutschlands. Wem Steine nicht nur Gemäuer und Fachwerk mehr als Balken sind, der wird vom Charme Büdingens verzaubert sein.
Die Zeitreise durch die Büdinger Geschichte beginnt bei der mittelalterlichen Wasserburg von 1131, die in der Gotik und Renaissance zum Schloss erweitert wurde. Das Schloss wird seit 1258 von den heutigen Fürsten zu Ysenburg und Büdingen bewohnt. In den Stadtmauern von 1353 und 1390 stehen Fachwerkhäuser aus Gotik, Renaissance und Barock. Dies alles wird umschlossen von dem mächtigen teilweise über 10 Meter breiten, Festungsgürtel mit gewaltigen Geschütztürmen. Diese Festung erhielt ihren krönenden Abschluss mit dem Untertor von 1503, auch „Jerusalemer Tor“ genannt.
Bei einem Gang durch die alten Gassen Büdingens wird einem schnell klar, dass im 14. und 15. Jahrhundert die oberhessische Stadt boomte. Aus der hölzernen Kapelle wurde die heutige Stadtkirche, die Wasserburg wurde immer wieder umgebaut und erweitert. Mit den Befestigungsanlagen entstanden ,Jerusalemer Tor‘, Bollwerk, die zahlreichen Wehrtürme, das Steinerne Haus und viele weitere schmucke Fachwerkhäuser, die heute noch den einmaligen Charme Büdingens ausmachen. Ein Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen Büdingens ist eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Wir verwöhnten Menschen des 21. Jahrhunderts mit iPod, Zentralheizung und Fernbedienung sehen immer ein wenig verklärt in die Zeit des Mittelalters. Unser verträumter Blick beim Spaziergang durch die alten Gassen lenkt uns manchmal davon ab, darüber nachzudenken, mit welcher Energie und Mühe unsere Vorfahren diese wunderschönen Baudenkmäler errichtet haben, ganz ohne Kran, elektrische Maschinen und ohne Computer. Und doch hatten die Erbauer viel Sinn für Verzierungen und Symbolik für ihre Häuser.
Eine Stadtführung führt auf besonders angenehme und unterhaltsame Weise in die Welt, die uns heute so fremd ist und uns gleichzeitig doch so fasziniert.
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