Ihr Fund war eine archäologische Sensation: Die überlebensgroße Sandsteinfigur eines Fürsten war im Juni 1996 bei Grabungen im Erdreich vor einer monumentalen keltischen Grabanlage am Glauberg entdeckt worden. Derzeit erhält der Keltenfürst nun einen angemessenen Sitz: ein eigenes Museum am Glauberg in der östlichen Wetterau.
Das Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von knapp 1.300 Quadratmetern ist ein klar konturierter und markanter Baukörper, fügt sich aber gleichwohl aufgrund seiner Lage am Hang und seinem Bezug zum Waldrand organisch in die Landschaft ein.
Der Eingangsbereich mit Caféteria und Nebenräumen dient als Transferzone zwischen Innen und Außen sowie als Start- und Zielpunkt für die Erkundung der Ausstellung und den Rundgang auf dem kulturhistorischen Lehrpfad. Im Gebäude werden die Besucher aus dem Eingangsbereich über eine sanft mit dem Hang ansteigende Treppenrampe in die darüberliegende Ausstellungsebene geführt. Der Rundgang durch die Ausstellung endet an einem großen Panoramafenster, das einen beeindruckenden Ausblick auf den rekonstruierten keltischen Grabhügel eröffnet. Der Hügel wird so in die Ausstellung mit einbezogen; er wird gleichsam zum Ausstellungsstück. Das Dach ist als Aussichtsplattform begehbar und eröffnet einen großzügigen Rundblick über Anlage und Landschaft, die aus dieser Perspektive neue Entdeckungen verspricht.
Zukünftiger Nutzer des auf rund acht Millionen Euro veranschlagten Projekts ist die Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. Ressourcenschonende Belange sind bei Planung und Realisierung berücksichtigt: Grundriss und Dimensionen weisen ein gutes A/V (= Außenfläche/Volumen) -Verhältnis auf. Dies senkt den Primärenergiebedarf; zudem wird die Landschaft in geringst möglichem Maß versiegelt.
Die Wahl und Kombination der vornehmlich genutzten Konstruktionsmaterialien Beton und Stahl erfolgt jeweils gezielt aufgrund ihrer Eigenschaften. So ist die hinterlüftete Metallfassade des Ausstellungsgeschosses nicht nur energetisch die optimale Lösung, sie schützt zudem die Konstruktion dauerhaft. Der bewusst gewollte Effekt einer rasch entstehenden schützenden Patinaschicht des Fassadenmaterials minimiert zudem die Betriebskosten, da laufende Wartungskosten entfallen. Sämtliche Baustoffe sind zudem recyclebar und können dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden.
Der Einsatz hochisolierender Baustoffe und Wärmeschutzverglasungen senkt den Energiebedarf zusätzlich: Die geplante Pelletheizung verwendet ausschließlich den nachwachsenden Rohstoff Holz und ist somit CO2-neutral. Durch den Einsatz moderner Anlagen- und Steuertechnik werden Energieverluste weiter minimiert.
Sämtliche auf den (flachen) Dachflächen anfallenden Regenwässer werden großflächig versickert und dem Grundwasser wieder zugeführt. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Sammlung der Regenwässer zur Bewässerung des archäobotanischen Gartens vorgesehen. Auch die Gestaltung der Freianlagen steht unter der Prämisse des ressourcenschonenden Bauens und der Nachhaltigkeit: Die Erdmassen der auszuhebenden Baugrube werden direkt vor Ort zur Modellierung des zukünftigen archäobotanischen Gartens verwendet und verbleiben somit „vor Ort“.
Die notwendigen Flächenbefestigungen kommen mit Ausnahme der Zufahrtstraße ohne Versiegelung aus, es werden hier wassergebundene Wegedecken und Schotterrasen verwendet. Für die Bepflanzung werden standortgerechte und ortstypische Bäume und Sträucher verwendet. Es entsteht ein in jeder Hinsicht angemessener Fürstensitz!
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