4. Teil: 1993: In Dortelweil nimmt die OVAG ihr 19. Umspannwerk seit 1912 in Betrieb. Das 20. folgt im Jahr 1995 in Ulrichstein. Der Aufsichtsrat beschließt die Gründung einer Holding, die sich vorrangig um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Wetteraukreis. Vogelsbergkreis und im Landkreis Gießen kümmern soll.
Lautes Getöse in der Hanauer Straße in Friedberg. Bagger rücken an - Stockwerk für Stockwerk des dreigeschossigen alten Verwal-tungsgebäudes fällt in rasanter Geschwindigkeit. An derselben Stelle entsteht das neue moderne Verwaltungsgebäude mit der Eingangshalle als Blickfang. Im Februar 1998 können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre neuen Arbeitsplätze beziehen.
Schon vor der Jahrhundertwende steht der Wettbewerb im Energiemarkt vor der Tür. Was für die OVAG vor allem bedeutet: Möglichkeiten der Kostensenkung besser als bisher auszuschöpfen und zugleich marktgerechter zu reagieren. Kundenbindungen sollen intensiv gepflegt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Als besonderes Angebot an die Kommunen hat die OVAG ein Wasser- und Kabelnetzmanagement ins Leben gerufen. Im Wege des Contractings zeigt die OVAG der Wirtschaft und besonders, den 60 Städten und Gemeinden in ihrem Versorgungsgebiet Energiesparmöglichkeiten durch Einsatz moderner Technologien auf, beispielsweise durch den Einbau neuer Heiztechnik in öffentlichen Gebäuden zur Verbesserung der Energieeffizienz.
Ein weiteres Zeichen für die neuen Zeiten: Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit nimmt die OVAG im Jahr 2000 die neue Verbundleitstelle für Strom und Wasser „Bei der Warth“ Friedberg in Betrieb. Mit diesem Verbundleitsystem steuert das Unternehmen fortab die Versorgung sowie die Belieferung von etwa 600.000 Menschen in Frankfurt am Main und in weiteren 108 Städten und Gemeinden ganz oder teilweise mit Trinkwasser.
Im Jahr 2002 betritt die OVAG ein für sie neues Terrain: Sie übernimmt – zunächst noch mit dem Hessischen Bauernverband, der jedoch später ausschert - den Hof Grass in der Nähe von Hungen. Hintergrund: Da die 110 Hektar große Fläche im Wasserschutzgebiet der Zone II liegt, musste die OVAG in der Vergangenheit den Eigentümern wiederholt Entschädigungen zahlen, da diese in ihren Planungen beschränkt waren. Das Unternehmen bewirtschaftet das Hofgut mit seiner wertvollen Flora und Fauna fortab unter rein ökologischen Gesichtspunkten und kann hierfür Ökopunkte anbieten. Außerdem investiert sie ab 2007 mehrere Millionen Euro in die Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden historischen Gebäudeensembles in dem unter anderem das Limes-Museum eine Außenstelle errichtet.
Nach einer aufwändigen Sanierung, für welche die OVAG 2,5 Millionen Euro aufgewendet, beginnt die dritte Betriebsphase des Wasserkraftwerks Lißberg, die voraussichtlich bis 31. Dezember 2031 dauern wird. Eine weitere Investition in die Zukunft: Die OVAG erwirbt 2002 von der Landesbank Hessen-Thüringen die 1991 von der Landesregierung gegründete Hessenenergie mit Sitz in Wiesbaden, die sich in der Hauptsache auf Dienstleistungen im Bereich des Energiesektors konzentriert und gerade bei der Planung und Errichtung von Windkraftanlage in Hessen eine herausragende Stellung einnimmt. Somit unterstreicht die OVAG ein weiteres Mal ihre Stellung im Bereich der regenerativen Energien. Im kommenden Jahr erweitert die Hesseenergie ihr Angebot mit der Eröffnung der oberhessischenENERGIEAGENTUR. Die Agentur steht jedermann zu Fragen der Energiereinsparung zur Verfügung und bietet eine weitere Palette von unbürokratischen Dienstleistungen an.
Der Wettbewerb steht vor der Tür, das heißt die Liberalisierung des Strommarktes schreitet in Riesenschritten voran. Die OVAG reagiert frühzeitig auf die Anforderungen der Gesetzgeber und gründet zum 1. Januar 2003 die ovag Energie AG die künftig für Handel und Vertrieb des Stroms verantwortlich zeichnet. Zugleich schaltet sie um von „blau“ auf „rot“. Soll heißen: Das blaue eckige OVAG-Logo von 1971 weicht dem rubinrot-grauen neuen Erkennungszeichnen mit dem weichen Schwung.
Im Juni 2004 verkauft die Gemeinde Hirzenhain ihre Wasser- und Abwasserrechte an den ZOV. Es ist das erste Mal, dass der Verband die Verantwortung für das Endkundengeschäft in diesen beiden Sparten übertragen bekommt. Ein Jahr darauf folgt die Übertragung des Abwassergeschäfts in Nidda.
Ihre Stärke im Bereich des Contracting spielt die OVAG im Dezember 2004 ein weiteres Mal aus, in diesem Fall an exponierter Stelle. Ihr neues Blockheizkraftwerk im Kreiskrankenhaus Friedberg versorgt neben der Klinik das Kreishaus, die Augustinerschule und das neue Sparkassengebäude mit Wärme.
An den wichtigsten Brunnen der OVAG, in Inheiden, ist die Trinkwasserförderung bis zum Jahr 2035 gesichert. Nach vielerlei Gesprächen mit den beteiligten Behörden und Naturschutzverbänden genehmigt das Regierungspräsidium Gießen die Förderung von jährlich 16,5 Millionen Kubikmeter Wasser aus diesen Wellen. Eine langfristige Genehmigung gewiss, zugleich ein großer Vertrauensbeweis für das Unternehmen. Ein Jahr darauf erfolgt der Wasserrechtsbescheid für das Gewinnungsgebiet Rainrod.
Ein wichtiger Entschluss für einen effektiven Öffentlichen Personennahverkehr: Die drei Verkehrsgesellschaften der Wetterau, des Landkreises Gießen und des Vogelsberg verschmelzen zu der VGO (Verkehrsgesellschaft Oberhessen) und der Dach des ZOV.
Im Sinne einer weiteren Verbesserung des Kundenservice eröffnet die OVAG im neuen Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises in Friedberg eine Beratungsstelle. Bestnoten erhält der Service der ovag Energie AG übrigens im Jahr 2006 von dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.
Das Vertrauen der „kommunalen Familie“ in die OVAG-Gruppe ist groß. 2008 und in den beiden kommenden Jahren laufen die meisten der Konzessionsverträge mit den Städten und Gemeinden im angestammten Versorgungsgebiet aus. Zu einem überwiegenden Teil schließen die Kommunen auch für die nächsten 20 Jahre einen Wegenutzungsvertrag mit der Gruppe und schließen zumeist auch einen Lichtlieferungsvertrag ab.
Ein Moment den man bei aller Vorsicht vor Superlativen durchaus als historisch für die Region bezeichnen kann: Im Oktober 2009 kommt es zum ersten Spatenstich der für den Raum so wichtigen 110-kV-Verkabelung zwischen Altenstadt und Büdingen-Orleshausen, dem ein beinahe 30-jähriges Ringen vorangegangen ist. Ein Novum für die technische Führungsetage: Erstmals verlegt das Unternehmen eine 110-kV-Leitung in eigener Regie als Erdkabel. Zudem stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter einem enormen Zeitdruck: Das Projekt muss binnen eines Jahres abgeschlossen sein – was prompt gelingt inklusive neuer Umspannwerke in Altenstadt und Orleshaus. Im gleichen Zeitraum ist ein weiteres Großprojekt zu stemmen: gemeinsam mit den Stadtwerken Bad Vilbel die Verlegung des dortigen Umspannwerks der OVAG. Auch in dies in einer neuen, anspruchsvollen Technik: Die gesamte Technik ist, platzsparend, von außen nicht mehr zu sehen, sondern in einem Gebäude untergebracht.
Ein weiterer Meilenstein in der gewiss nicht ereignisarmen Historie der OVAG: Im Frühjahr 2011 stechen die Spaten als symbolischer Akt in die Erde, um den Bau der eigenen Biogasanlage in Wölfersheim anzuzeigen, Ende des Jahres geht der gemeinsam mit der Stadt Linden dort betriebe Solarpark nach Rekordbauzeit ans Netz.
Und die Geschichte wird weiter fortgeschrieben
• Rund 600 Arbeitsplätze
• 400 Zählerableser
• Ständig 50 Ausbildungsplätze
• Jährlich 60 Praktikantenplätze
• Jährliche Ausschüttung der OVVG, die in der Region bleibt: rund 8,2 Millionen Euro (2010)
• Übernahme der Verluste aus dem Öffentlichen Personennahverkehr in Höhe von rund 3,2 Millionen
• 5 Millionen Euro Gewerbesteuer
• 12,4 Millionen Euro Konzessionsabgabe an die Städte und Gemeinden in Oberhessen
• Rund 400 Vereine, die jährlich Unterstützung erhalten
• Jährlich über 120 selbst ausgerichtete Kultur- und Naturschutzveranstaltungen
Geschäftsstelle
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63667 Nidda / Bad Salzhausen
Telefon 0 60 43 / 98 65 17 0
Telefax 0 60 43 / 98 65 17 1
E-Mail:
regionalmanagement@oberhessen.de
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Di. und Do. 09.00-16.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Europäischer Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.
Christian Renner: 06043-950732 oder E-Mail: redaktion@oberhessen.de
Gudrun Haas:06044/964407 oder E-Mail: info@oberhessen.de
Etwa 150 Besucher konnte Ulrike Pfeiffer-Pantring, Vorsitzende des Vereins Oberhessen, begrüßen auf dem Regionalforum in Wallernhausen begrüßen. Die Folien der Vorträge gibt es hier als Download.
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