Kürzlich besuchte Bürgermeister Hans-Peter Seum die Hoheberg-Schule in Ober-Lais und informierte sich bei Schulleiterin Britta Schaumburg über die Situation der Kinder und der Lehrkräfte. Sein besonderes Interesse galt der „Flexiblen Eingangsstufe“, in der zur Zeit 21 Kinder unterrichtet werden.
Britte Schaumburg berichtete über einen in den vergangenen Jahren immer größer werdenden Entwicklungsunterschied zwischen den einzuschulenden Kindern. „Vermehrt kommen Kinder in die Schule, die bereits den Leselernprozess durchlaufen haben. Demgegenüber stehen aber auch Schüler, die noch große Probleme in der psychomotorischen Entwicklung oder auch beim Rechnen. haben. Aus diesem Grund bietet die Hoheberg-Schule seit drei Jahren die „flexible Eingangsstufe“ an, die sich besonders durch altersgemischte Lerngruppen, eine flexible Verweildauer von 1-3 Jahren, der freiwilligen Aufnahme von fünfjährigen Kindern, offenen Unterrichtsformen, der Einschulung aller Kinder, also keine Zurückstellung vom Schulbesuch, dem verbalen Zeugnis am Ende des zweiten Schuljahres und der Einbindung einer Sozialpädagogin mit 6 Wochenstunden in Doppelbesetzung auszeichnet.
„Durch die flexible Eingangsstufe ermöglichen wir den Kindern eine unterschiedliche Verweildauer in der Stammgruppe, um die Ansprüche der Bildungsstandards des zweiten Schuljahres zu erreichen. Den Lernstoff von zwei Jahren erarbeiten die Kinder normalerweise in zwei Schuljahren. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich die Kinder den Lerninhalt schneller, also bereits in einem Schuljahr oder auch langsamer, also in drei Schuljahren aneignen“, erklärt Schaumburg. „Die Heterogenität der Kinder ist in dieser Schulform erwünscht. So verwundert es nicht, dass aktuell auch zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die „flexible Eingangsstufe“ aufgenommen werden konnten“ ergänzt die Schulleiterin.
Besonders die Eltern von sogenannten „Kann-Kindern“ oder Kindern, die eine Vorklasse besuchen sollten, fühlen sich von dem Konzept der „flexiblen Eingangsstufe“ besonders angesprochen. Durch das gemeinsame Lernen gehört es zu Alltag, dass die Jüngeren von den Älteren lernen. Das soziale Miteinander der Kinder kann sich dadurch noch besser entfalten als im herkömmlichen Klassenverband - Rücksichtnahme und Akzeptanz werden noch bewusster erfahren.
Bürgermeister Hans-Peter Seum nutzte die Möglichkeit, selbst einmal in die Rolle des Schülers zu schlüpfen und ließ sich von den Kindern die Uhr erklären. Die freuten sich sehr über den Besuch ihres Bürgermeisters, der ihnen mit dem Besuch und der gemeinsamen Zeit im Klassenraum ein hohes Maß an Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht hat. Gerne hätten sie den ganzen Vormittag mit ihm verbracht.
„Hier an der Dorfschule wird eine tolle Arbeit geleistet. `Kurze Wege für kurze Beine´ war eine meiner Wahlaussagen. Dazu stehe ich auch heute noch und werde mich deshalb an allen Fronten für den Schulstandort Ober-Lais einsetzen“ bezieht Niddas Rathauschef eindeutig Stellung.
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