Auch an Weihnachten und Silvester ist die Netzleitstelle der OVAG besetzt. Nein, Udo Kesberg und Oliver Tag haben sich nicht freiwillig für diesen Dienst gemeldet, aber die Netzleitstelle der OVAG muss rund um die Uhr, das ganze Jahr über besetzt sein. „Unser Schichtplan verläuft nach einem vierwöchigen Turnus. Wenn wir wollen, könnten wir schon unseren Dienstplan für die nächsten 20 oder 30 Jahre erstellen“, sagt Kesberg.
Udo Kesberg überwacht das Stromnetz, Oliver Tag ist für den Bereich Wasser zuständig. Das Schichtsystem ist eine Herausforderung für jedes Privatleben und gerade die Feiertage sind klassische Familien-Zeit. „Meine Freundin kommt an Heiligabend zu uns und bereitet uns Gans zu“, blickt Kesberg voraus. Geschenke haben sie noch nicht mit an den Arbeitsplatz gebracht, denn: „Wir müssen uns eben umstellen. Früher sind wir mit der Familie immer um sechs Uhr abends in den Gottesdienst gegangen, jetzt gehe ich nachts in die Christmette.“ Der Dienst an verlaufe aber nicht anders als sonst.
Weihnachten am Arbeitsplatz – das klingt wenig besinnlich, aber zwischen all den Bildschirmen und Telefonen steht ein kleiner Weihnachtsbaum und gemeinsam mit Lebkuchen und Stollen bringt er ein wenig heimelige Stimmung in den riesigen Überwachungsraum. Was machen Udo Kesberg und Oliver Tag sonst an Heiligabend? „Natürlich könnten wir den Fernseher einschalten und das Weihnachtsprogramm schauen. Aber wir haben es lieber ruhig und lesen ein Buch“, beschreibt Kesberg. Denn zum Glück gibt es nicht am laufenden Band Störungen und die Zeit zwischen den Meldungen wird so überbrückt. „Wir dürfen die Systeme aber niemals aus den Augen, jederzeit kann etwas vorfallen und dann müssen wir sofort reagieren“, sagt Tag. Das betrifft dann mitunter auch jene Kollegen die zwar zu Hause sind aber Rufbereitschaft haben. Sprich: Jederzeit bereit sein müssen, für dringende Reparaturarbeiten auszurücken.
Die Netzleitstelle befindet sich in Friedberg Bei der Warth. Der Raum, in dem Kesberg und Tag arbeiten, befindet sich im obersten Stock und ist zu drei Seiten verglast. Kesberg und Tag werden auch an Silvester Dienst haben. Tag: „Wir haben den perfekten Panorama-Blick. Voriges Jahr haben wir für einen kurzen Moment die Beleuchtung bei der Warth ausgeschaltet um das Feuerwerk zu fotografieren.“ Dabei sind beeindruckende Aufnahmen entstanden. Tag fährt fort: „Damals habe ich kurz vor Mitternacht versucht, zu Hause anzurufen. Ich bin aber nicht durchgekommen.“ Da ist es gut, wenigstens nicht alleine zu sein. Kesberg nickt: „Wir stoßen mit einem kleinen Glas Eiswein an und begrüßen so das neue Jahr.“
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