
Als Funktionsbeamter Naturschutz beim Forstamt Nidda war Josef Tiefenbach von 2005 bis 2011 für die Pflege und Umsetzung von Gestaltungsmaßnahmen in sämtlichen 40 Naturschutzgebieten (NSG) und in FFH-Gebieten im Wetteraukreis zuständig. Am 1. Januar 2012 begann sein Ruhestand. Glücklicherweise wird er aber ab 2012 als ehrenamtlicher Naturschützer und Gebietsbetreuer aktiv dem Naturschutz im Wetteraukreis erhalten bleiben!
Josef Tiefenbach und seine Arbeit sind unzertrennlich mit den Naturschutzgebieten im Wetteraukreis und den Erfolgen im Naturschutz verbunden. Seine Aktivitäten, sein Engagement, seine Kreativität, Ausdauer und seine absolute Verlässlichkeit bei der Arbeit für den Naturschutz wurden von Landrat und Naturschutzdezernent Joachim Arnold bei einer kleinen Feier im Rahmen einer Sitzung des Naturschutzbeirates gewürdigt. Dabei stellte Joachim Arnold heraus, dass Naturschutzarbeit auch Regionalpolitik und Strukturförderung darstellt. So habe Josef Tiefenbach von 2005 bis 2011 fast 3 Millionen Euro aus Mitteln des Landes Hessen für Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen im Wetteraukreis ausgegeben.
Folgerichtig charakterisierte Landrat Arnold Josef Tiefenbach vor allem als einen Mann der Tat: Zu seinen Tätigkeiten gehörte die Beratung seiner vorgesetzten Dienststelle, des RP Darmstadt, bei der Erstellung der Pflegepläne für die 40 NSG’s und die Einsatzplanung und Betreuung der Naturschutzwacht im Wetteraukreis. Weiterhin plante er spezielle Artenschutzmaßnahmen und führte sie mit Hingabe durch. Josef Tiefenbach war auch für die Vermittlung des Naturschutzgedankens bei Landwirtschaft, Anwohnern und Besuchern der Gebiete immer ein kompetenter und engagierter Ansprechpartner.
Alfred Leiß als Vorsitzender des Naturschutzbeirates bei der unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises und Dr. Burkhard Olberts vom Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e. V. dankten Josef Tiefenbach für seine „amtlichen Tätigkeiten“ im Naturschutz. „Nun freuen wir uns darauf, mit Dir als Ehrenamtlichen zusammenzuarbeiten“, so Leiß und Dr. Olberts. Als besonderes Schmankerl zeichnete die untere Naturschutzbehörde Josef Tiefenbach mit dem „Goldenen Bagger am Band“ aus – in Anspielung auf die von ihm gebauten etwa 100 Teiche, Flachgewässer, Grabentaschen und Grabenabflachungen.
Aktivitäten von Josef Tiefenbach seit 2005 in NSG’s und anderen Schutzgebieten, incl. einzelner hervorzuhebender Beispiele:
1. Bau von 88 Teichen und Flachgewässern. Beispiele: So genannte „Brachvogelrennbahnen“ in Lindheim, großer „Sellheim- Teich“ bei Hainchen, Gewässer im „Bingenheimer Ried“ und am Pfaffensee
2. Bau von mindestens fünfzehn „Grabentaschen“
3. Grabenabflachungen, hervorzuheben sind die umfangreichen Abflachungen in den „Mockstädter Wiesen“ und im „Mähried von Staden“
4. Vernässungen von Schutzgebieten durch Bau von fünf Wehren, bspw. „Mähried von Staden“
5. Errichtung von Zaunanlagen (rd. 10 km), Schutzhütten (fünf) und Futterplätzen (drei) für die Ganzjahresbeweidung: Zaunanlagen sowie Weideschutzhütten im „Bingenheimer Ried“ und in den „Nidderauen von Stockheim und Effolderbach“.
6. Planung und Abwicklung des Baus von Beobachtungshütten und -ständen mit Informationstafeln für das Naturerlebnis weiter Bevölkerungskreise
7. Errichtung stationärer Amphibienschutzzäune
8. Jährlicher Aufbau und Kontrolle des Amphibienschutzzauns für die Knoblauchkröte am „Bingenheimer Ried“
9. Gehölz- und Kopfweidenpflege sowie Pappelfällungen z. B. in Nieder- und Ober - Mockstadt
10. Flächenpflege, z. B. Mahd mit Pferdekraft in der „Nachtweid von Dauernheim“
11. Koordination des Einsatzes der Amtlichen Naturschutzwacht
12. Unermüdlicher Einsatz beim Artenschutz: Kiebitz, Großer Brachvogel, Biber, Schwarz- und Weißstorch, Amphibien, Schlammpeitzger u. v. m.
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